Lossburg 2012

 

stilehrenpreiselossburgCoachingTrophyLossburg21.-23.09.2012

 

Internationales Traditionsfahren

 

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III. Internationales Traditionsfahren mit einer Coching Trophy und einem Tag des Schweren Warmblutes im Schwarzwald

 

Wenn es um das Fahren in historischer Anspannung geht, hat sich innerhalb kürzester Zeit als Veranstaltungsort eines derartigen Events Loßburg im Schwarzwald einen erstklassigen und zugkräftigen Namen gemacht. Nach dem gelungenen Einstieg vor vier Jahren, führte die Interessengemeinschaft Schweres Warmblut Baden-Württemberg in Gemeinschaft mit dem Pferdezucht-Verband Sachsen-Thüringen die III. Internationale Traditions-Fahrveranstaltung mit einer Coaching Trophy sowie einem Tag des Schweren Warmblutes vom 21. bis 23. September durch. Sie wurde auf der eindrucksvollen Anlage rund um den Mönchhof durch den namhaften Sattlermeister und Traditionsfahrer Albrecht Mönch vor einem weit angereisten Publikum ausgerichtet.

Im Hauptprogramm gingen neben stilvollen, historischen Wagen und originalgetreuen Nachbauten als Ein-, Zwei- und Vierspänner in ländlicher und städtischer Anspannung und als imponierende Coachen in den Wettbewerb. Dazu waren aus fünf europäischen Ländern (Schweiz, Luxemburg, Frankreich, Italien und Deutschland) 40 Teilnehmer angereist.

Für die beiden, das Schwere Warmblut züchtenden Veranstalter, war das Event eine hervorragende Gelegenheit, diese Pferderasse auch mit seinen besonderen Vorzügen als noble Wagenpferde, zu präsentieren. Konnte sich doch dieser Pferdetyp gegenüber den anderen Rassen ideal und werbend vor prachtvollen historischen Wagen,d.h. als nobles Wagenpferd in allen Anspannungsarten zeigen. Gerade der Schwarzwald bot sich für die „Moritzburger“ durch das Begleitprogramm als „Tag des Schweren Warmblutes“ werbend als ein zentraler Zugang für die benachbarten Länder wie insbesondere die Schweiz, Frankreich, Österreich und Italien an. Dieser war dadurch geprägt, dass Verkaufspferde Schweres Warmblut aus dem sächsisch-thüringischen Zuchtgebieten der Öffentlichkeit an der Hand, vor dem Wagen und unter dem Sattel vorgestellt wurden. Darunter auch der diesjährige Bundeschampion Elvis, durch Marlen Fallak (Mülverstedt) gefahren. Als Werbeträger wurde des Weiteren der Hengst Elitär durch Dirk Hofmann (Moritzburg) an der Hand sowie vor einem Klapp-Phaeton gezeigt. Diese Verkaufspräsentation ergänzte sich u.a. mit sofort einsetzbaren Gespannen, talentierten Nachwuchspferde und Zuchtmaterial aus dem Hauptzuchtgebiet.

Ein besonderes Highlight des Events wurden zwei eindrucksvolle Abendveranstaltungen in der Mönchhof-Festscheune. Sie wurden zu einem großen gesellschaftlichen Höhepunkt, der die gesamte Veranstaltung glanzvoll umrahmte, und bot der traditionsgeprägten Szene darüber hinaus Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und entsprechendem Erfahrungsaustausch. In die Gestaltung waren jeweils Vorträge eingegliedert. Diese thematisierten einmal „Ideale Fahrpferde für das Traditionelle Fahren“, vorgetragen durch Herrn Norbert Freistedt (Geschäftsführer des Pferdezuchtverbandes Sachsen-Thüringen), und zum anderen „Die Historie: Welches Pferd zu welchem Wagen“, dargebracht vom namhaften Traditionalisten und Buchautor Herrn Dr. Andres Furger (Schweiz). Am Samstag gab es zum Auftakt den zur Tradition gewordenen Wettbewerb der Coachhornbläser, den Richard Köbach aus dem Viererzug von Hans Lanz gewann.

Der Wettbewerb des internationalen Tradtionsfahren wurde durch die Präsentation der historischen Gespanne am Samstag eingeleitet. Diese wurde durch Dr. Andres Furger [CH], Rainhold Trapp [FRA] und die Engländer Marc Jurd und Kevin Silwell vom Road Club, London als Juroren bewertet. Am Tag darauf ging es auf die Streckenfahrt von ca. 20 km, die in zwei Etappen geteilt war. Das Gelände-Profil charakterisierte sich als eine etwas leicht hügelige eindrucksvolle Schwarzwälder Landschaft im Ambiente herrlicher Wälder und satten Wiesen auf einem Hochplateau. Dieser Geländeteil endete in der Bewertung auf einem Geschicklichkeitsparcours mit 14, der alten Tradition angepassten Hindernisse in natürlicher Anforderung. Die zu fahrende Geschwindigkeit war nach Wagentyp topographisch angepasst.

Das Geschehen über die gesamte Veranstaltung wurde informativ und sachkundig durch Anette Mezger, Ludwigsburg und Norbert Freistedt, Meißen für das zahlreiche und z.T. weit angereiste Publikum kommentiert. Zum Verständnis wurden die historischen Wagen, das Pferdematerial und dessen Beschirrung beschrieben.

Die Abschlussparade und Siegerehrung am Sonntag wurde mit dem Sechser-Zug des Hausherrn Albrecht Mönch mit einem Jagd-Break eingeleitet, auf dieser der Landrat und der Ortsbürgermeister repräsentativ Platz genommen hatten. Sein eindrucksvolles Schweres Warmblut-Gespann war mit einem klassischen Geschirr aus eigener Werkstatt bespannt. Zuvor gab es im Programm, unterhaltend für die Besucher, u.a. regionales Brauchtum, nachgestellte Jagdszenen und eine Vorführung des Reitens im Damensattel in historischen Kostümen.

Die Gewinner der jeweiligen Anspannungsart wurden für ihre erfolgreiche Teilnahme mit einer Schärpe geehrt, und erhielten als Ehrenpreis eine Dornenbogenpeitsche überreicht. Vom Veranstalter bekam jeder Teilnehmer eine Stallplakette und Schleife als Andenken überreicht. Besonders hervorzuheben ist, dass die örtliche Tourismus-Organisation alle Teilnehmer mit einem Präsentkorb mit Spezialitäten aus der Region bedachte, und sich so sichtbar in die Veranstaltung einband.

Im Einzelnen ging die Schärpe des Siegenden und die Trophäe bei den Coachen an Toni Bauer [D] mit einer Park Coach. Bei den Vierspännern schaffte es Hans Lanz [D] mit seinem Reiseomnibus, sich den Sieg zu sichern. Den Wettbewerb bei den Zweispännern gewann Franz Heigl [D] mit einer Break-Wagonette (Baujahr 1905), und bei den Einspännern Hans-Jörg Wildung [D] mit einem Buggy Concorde (Baujahr 1884). Großen Eindruck hinterließ in der Coaching-Klasse die prächtige Moritzburger Park Coach von 1895, die von Johannes Schade gefahren wurde. Hoch oben auf den Dachbänken hatten keine Geringeren als der Landstallmeister Dr. Matthias Görbert und vom sächsisch-thüringischen Pferdezuchtverband Wolf Lahr Platz genommen. Sie belegten im Wettbewerb einen hervorragenden dritten Platz.

Hans-Werner Hamacher gewann mit einer Park Coach von 1900 aus dem Besitz von Heinz Scheidel, Mannheim den Stilehrenpreis in der Coachingklasse für die beste Präsentation. Bei den Einspännern war es Ellen Ruoff-Weber [D], die eine Damen Gig von 1890 fuhr. Bei den Zweispännern ging diese Preisgebung an Max Häusermann [CH] mit einem Mylord von 1890 und wiederum bei den Vierspännern Andreas Huben [D] mit einem Jagdwagen von 1900.

Doch an einer derartig wunderbar ausgestatteten und historisch geprägten Veranstaltung teilgenommen zu haben, war wohl letztlich bei allem natürlichen Ehrgeiz das Entscheidende eines jedweden Teilnehmers, als in einer Platzierung geehrt zu werden. Allerseits war von Teilnehmern und Besuchern zu hören, dass man sich darauf freut, wenn die Veranstaltung in 2 Jahren sich fortsetzt.

 

Dem Organisator Albrecht Mönch und seinen vielen ungenannten Helfer sei herzlich gedankt. Hinter dieser einmalig schönen und beispielgebenden Traditionsveranstaltung standen gigantische Vorarbeiten. In die Gegebenheiten wurde viel an Zeit investiert, wenn man allein an die hergerichtete Fest-Scheune und anderen aktuellen Umbauten denkt. Doch auch am unmittelbaren Gelände (Wiesen, Plätze) wurde für den Ablauf, der Unterbringung der Pferde und Ausrüstung sowie für die Zuschauer (Versorgung, Parkplätze) mit hohem Aufwand wiederum viel und mehr gemacht. Lobenswert vor allem, wie man sich auf diesen Event in seinem hohen und anspruchsvollen Niveau vorbereitet hatte. Die starke Nachfrage, um mit seinem Gespann teilnehmen zu können und das hohe Besucherinteresse aus nah und fern, sollten der beste Dank dafür sein.

 

Dr. Schwarzl/01.10.2012


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